Die Kinder und das mehr

30.10.2007, 13:10 Uhr | in Job, Arbeit, Karriere | kein Kommentar

Es war ein mal vor Garnicht all zu langer Zeit, in einem Land, dessen Namen ich nicht weiß, ein Junges Ehepaar.

Sie waren wie alle frisch verheirateten: nicht ganz so frisch verliebt und doch beschwingt von den Aussichten und Möglichkeiten einer gemeinsamen Zukunft und wollten alles besser und schöner machen.

So traf es sich gut, dass sie sehr reich warenund obendrein auch noch Mr. und Mrs. Ministerpräsident, was in diesem Land ein wichtiger Titel ist, den es nur einmal gibt, und  den an sich alle drei Jahre neu verdienen musste!

Nichts desto weniger waren sie überschwänglich und zuversichtlich, weil sie grade mit dem Titel auch ein Zwillingspaar  bekommen hatten.  Der Junge sollte vortan Wirtschaftsintressen (oder wie seine Eltern liebevoll sagten Witty), das Mädchen hingegen Gemeinwohl (oder kurz Gewy) heißen. Die Eltern freuten sich sehr über ihre beiden allerliebsten Kinder, mussten aber leider bald feststellen, dass die Beiden ständig zankten. Sie schienen sich einfach nicht vertragen zu können.

Um nun den Streit nicht noch zu schüren beschlossen Mr. und Mrs. Ministerpräsident den beiden niemals zu verraten, wer denn der Erstgeborene sei.

Aber dieser Versuch misslang gründlich, denn grade das wurde immer wieder zu stein des Anstoßes zwischen den Beiden.

Gewy behauptete stets sie sei viel beliebter und auch umgänglicher und müsse des die höhere Stellung einnehmen, worauf hin Witty zu antworten pflegte, dass er aber viel stärker sei und als Mann (der das Geld verdienen musste) sowieso viel wichtiger. Das endete natürlich fast täglich in größen Streitereien, die nicht selten mit erheblichen Beulen und erst durch einschreiten der Eltern benendet wurden.

Nun dachten die Eltern das Problem im Laufe der Zeit und durch geschickte und umsichtige Erziehung beheben zu können, aber da hatten sie sich getäuscht, denn als die beiden in die Pubertät kamen wurde es erst wirklich schlimm.

Witty hatte viele Freunde und sie gründeten eine Art Straßengang, die sie "die Lobbyisten" nannten und machten Gemy  und Ihren Eltern das Leben schwer.

Diese Jungs waren nicht dumm, ganz im Gegenteil. Durch geschickte Absprachen und Ablenkungsmanöver täuschten sie die Eltern um deren gebote und Verbote zu umgehen oder so zu verdrehen, dass sie zum Beispiel länger raus durften und Sachen machen konnten, die sie eigentlich nicht durften, oder mehr Taschengeld bekamen.

Gemy und ihre Freunde haben das Natürlich gemerkt und sich Tag um Tag bei den Großen beschwert und die haben sich auch oft mit Mr. und Mrs. Ministerpräsident zusammengesetzt und beraten, was man da tun könnte, aber es kam selten viel dabei raus, denn die Sache war schwierig. Weil die Lobbyisten mehr Taschengeld hatten, konnten sie viel von Gemys Freunden mit bonbons bestechen, so dass die sich dachten: "Ach, so schlimm sind diese Lobbyisten ja garnicht, die sind sogar ganz nett zu mir". Auch die Krämer am Ort mochten sie, weil sie immer viele schöne Sachen kauften, und nicht nur das Nötigste, wie viel Andere. Manche hatten aber auch einfach Angst vor Ihnen, weil es schon ein ganz schön bedrolicher Haufen großer Jungs war, der da aufgeboten wurde.

Die Lage wurde auch dadurch nicht besser, dass die Eltern, die sich nun ebenfalls zusammen geschlossen hatten und sich Parlament nannten, beschlosssen gerecht zu sein und Gemy und ihren freunden auch mehr Taschengeld zu geben, denn viele wurden dadurch arm und mussten Schulden machen. Zwar ging es Gemy und ihren Freunden jetzt etwas besser und viele bekamen wieder Lust zu streiten, weil sie sich ihre eigenen Bonbons kaufen konnten, aber der Zwist zwischen den Geschwistern konnte so nicht beigelegt werden.



So liebe Kinder, und wenn ihr wissen wollt wie das Märchen ausgegangen ist, dann müsst ihr mich in 50 bis 100 Jahren nochmal fragen, oder davon ausgehen, dass es ein großes Fest mit einem Wetbewerb namens "Bürgerkrieg" gab, bei dem der Gewinner entscheiden durfte, ob es weiterhin Mr. und Mrs. Ministerpräsident, Witty und seine Lobbyisten und Gemy und ihre Freunde geben sollte, oder nicht. Er konnte sich nämlich auch etwas ganz neues ausdenken, wenn er wolte und was das wohl gewesen wäre, darüber könnt ihr ja mal selbst nachdenken...

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